Konzertbericht |

Stricker Live: Metal vom Feinsten

Felipe Bartelt Mercader

Für die Bielefelder Metalszene ist das JZ Stricker ist eine feste Institution. Die regelmäßigen Veranstaltungen stellen einen der letzten Rückzugsorte für Livekonzerte der Subkultur in der Region dar. Trotzdem war ich schon lange nicht mehr dort. Schade eigentlich, denn das Konzert am 2. März mit FROM SHADOWS TO LIGHT, KARA, SYMBRID und FALLING BRICKS hat sich auf ganzer Linie gelohnt.

Los ging es mit FALLING BRICKS. Die sechs Jungs aus Bielefeld machen soliden Rock. Zunächst war das Stricker noch mittelmäßig gefüllt und das Publikum doch eher ostwestfälisch geprägt. Dem wirkte Sänger Marv recht effektiv entgegen und stimulierte die Tanzbereitschaft der Zuhörer*innen. FALLING BRICKS bestechen durch eingängige Riffs und fesselnde Drums. Der überzeugende Gesang von Franky und Marv und die Shouts von Marv setzen gelungene Konterparts. Im letzten Stück gab es zudem noch ein sehr geiles Drumsolo. So sieht ein gelungener Opener aus.

Als nächstes übernahmen SYMBRID aus Herford die Bühne. Los ging es mit einem episch angehauchten Intro, das auch aus einem Horrorfilm hätte stammen können. Direkt im Anschluss gab es sauber auf die Fresse: SYMBRID überzeugten zunächst vor allem durch geshoutete Gesangsparts und pogbarem Sound. Hin und wieder fühlte ich mich etwas an die ganz alten Titel von IN FLAMES erinnert. Ruhige melodische Parts wechselten sich im schnellen Wechsel mit sehr harten Elementen ab. Dazu wirkte der Auftritt der Jungs sehr sympathisch, mit dabei war auch ein fettes Dankeschön an das JZ Stricker als Organisator des Abends.

Weiter ging es mit KARA aus Bielefeld. Wie immer waren die fünf Metaller technisch sehr souverän. Epische Gitarrenparts von Paolo wechselten sich mit klaren Bassläufen, eingängigen Beats und starken Growls ab. Der Gig im Stricker war der erste Auftritt von KARA mit zwei Neuzugängen: Valle am Bass und Niklas an der Gitarre. Mit im Gepäck war auch ein neuer Song. Kurzfassung: Sehr empfehlenswert. Bei seinem Dank ans Stricker für den Gig hob Paolo hervor, dass es in Bielefeld immer weniger Locations für Livekonzerte gibt - schade eigentlich. Bleibt zu hoffen, dass sich das mittelfristig etwas verbessert und wieder mehr Locations Livekonzerte anbieten dürfen.

Den Abschluss des Abends machten FROM SHADOWS TO LIGHT. Nach einem sehr ruhigen Intro gewann vor allem das E-Cello die Aufmerksamkeit des Publikums. Der Sound der Bielefelder ist irgendwo zwischen stimmungsvoll und eskalativ und rundete den Abend perfekt ab. Die Musik ging in den ganzen Körper, die Drums waren schön dominant. Sehr sympathisch: Der Bassist trug ein Shirt von SYMBRID. Zwischendurch gab es dann auch noch eine kleine Kooperation mit Phil von SYMBRID. Gegen Ende des Auftritts ließ sich das Publikum sogar zu einer kleinen Wall of Death bewegen.

Das JZ Stricker Live Konzert am 2. März hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Für schmale 7 Euro gab es alles, was das Metalherz begehrt. Solche Abende lohnen sich zum Teil noch mehr als die Riesenkonzerte für 40 Euro aufwärts in den Großdiscos der Region. Weiter so JZ Stricker!

Bericht: Felix
Danke an Olli für das Teaserfoto