Konzertbericht |

Pussy Riot Theater- Riot Days

Felipe Bartelt Mercader

"Wir wissen, wir sind verpflichtet Russland zu verändern" steht auf der Leinwand "Man kann nichts dagegen tun, und doch sollte man irgendwas dagegen tun - zum Trotz, aus Wut, ohne Aussicht auf Erfolg, verzweifelt."

 

Tage des Auftstands im Forum Bielefeld und die Anweisung von Musikproduzent Alexander Cheparukhin an das Publikum lautet: Behave as punk as possibl.

2012 gingen Pussy Riot mit ihrer Protestaktion in der Moskauer Christ-Erlöser-Kirche durch die Medien. Nachdem Alyokhina daraufhin zu zwei Jahren Lagerhaft wegen Rowdytum aus religiösem Hass verurteilt wurde wird nun mit Riot Days inszeniert, was damals passierte.

Mit Texten aus dem Buch Tage des Auftsands von Marija Alyokhina wird gegen die russische Regierung, die Kirche, die Justiz protestiert. Die Performance ist intensiv und in dem kleinen Rahmen fühlt man sich direkt mitten in der Geschichte des Künstlerkollektivs. Im Hintergrund laufen Videos von der Aktion, Bilder von Putin, Bilder von Gefängnissen mit Untetiteln zu dem Gesagten. Man sieht und spürt, dass sie ihre Geschichte erzählt. "Wenn man euch in russischen Gefängnissen etwas von Humanismus erzählt, haltet euch die Ohren zu und lauft" und dann gehen die Künstler mit Wasserflaschen auf das Publikum los.

Ein intensiver Abend mit Künstlern, deren Geschichte wohl schwer nachzuvollziehen ist, wenn man hier aufgewachsen ist, und der mich mit viel Respekt vor dem Aktivismus und ein wenig nachdenklich zurücklässt.

 

Bericht + Fotos : Coco