Eventbericht |

Bielefelder Nachtansichten

Felipe Bartelt Mercader

Wie auch die letzten Jahre gab es bei den diesjährigen Nachtansichten in Bielefeld viel zu entdecken. Am 27.04. fand das gefeierte Spektakel statt und bot uns neben beeindruckenden Galerien, teilweise sehr experimenteller Musik und Licht-Installationen vor allem eins: eine politische Message

Es ist wohl kaum möglich alle 56 Veranstaltungsorte dieses Abends gebührend darzustellen und zu besuchen, deshalb gibt es einen kleinen Überblick unserer Impressionen.

Alle Vögel sind nicht da – in Schauraum 11 am Kesselbrink erwartete uns zu Beginn unserer Tour eine kleine Ausstellung von Skulpturen und Malerei im Erdgeschoss, während nach einem Abstieg in den Keller (mit dem Warnhinweis „Betreten auf eigene Gefahr”) bereits eins meiner persönlichen Highlights auf uns wartete: Zwei Räume, in denen eine Installation aus 100 Kopftüchern zu sehen war, beeindruckte mich nicht nur optisch sondern auch inhaltlich.

Im historischen Museum empfingen uns erstmal Chorgesänge vor der Sonderausstellung „Typisch OWL”. Z wie Zuwanderung, K wie Klischee und natürlich J wie Jugendkultur – auch wenn wir nicht alphabetisch vorgegangen sind, gab es zu jedem Buchstaben etwas über unsere Gegend zu erfahren. Ich hätte auf der Wand mit Post-its zum Thema „was ist OWL für mich” gerne mürrische Menschen ergänzt, aber das hätte wohl besser zu K wie Klischee gepasst – gemeinsam mit „geizig; viel Gegend, dröge Menschen” – und so habe ich mich mit „viele Blitzer” und „schöner als Osnabrück” abgefunden.

Schon von weitem zu hören war die Show im Wiesenbad. Zu einer beeindruckenden Lichtinstallation im Freibad gab es auf einer Leinwand Konzert- und Künstlerfotos unter Anderem von David Bowie, Jimi Hendrix und Kiss zu sehen. Hier hat sich auch der kalte Hintern, da irgendein Frechdachs mein Kissen geklaut hat, definitiv gelohnt.

Dann ging es quer durch die Stadt hoch zur Musik- und Kunstschule Bielefeld, wo wir draußen direkt bei der Arbeit an einem Werk zusehen durften – wirkte im Mondlicht übrigens recht idyllisch. Drinnen gab es viel Weltraum, einige Dinosaurier und recht düstere Bilder zu sehen und hier wiederholte sich ein Motiv, das uns schon vorher aufgefallen ist:

Vergangenheit und vor Allem Zukunft scheinen zurzeit große Themen zu sein (kein Wunder!). Dies begegnete uns auch an unserer letzten Station, dem alten Rathaus, in dessen Hinterhof eine Installation aus Plastikmüll auf die Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam machte.

 

Reicht das? Geht nächstes Mal selbst los – bei ca. 60 Events an verschiedenen Orten quer durch Bielefeld ist für jeden was dabei! Außerdem könnt ihr mit eurem Eintrittsbändchen kostenlos Bus und Bahn fahren.

 

Quizfrage zum Schluss: Wie viele Hühner gibt es in OWL?

 

 

Fotos: Tabea

Bericht: Caro