Interview |

Coronatalk #10 - RinK Festival

Luna

 

Coronatalk #10 heute mit dem Team vom Rink Festival.

Sie erzählen uns heute wie sie mit der Lage umgehen, und was sie jetzt machen.

Coronatalk #10 - RinK Festival

 

Hallo liebes RinK! Schön, dass ihr euch die Zeit für uns nehmt. Stellt euch und euer Festival doch mal bitte kurz vor.

 

Wir sind das RiNK Festival aus Melle Neuenkirchen. In diesem Jahr hätte unser kleines umsonst und draußen Festival zum 9. Mal stattgefunden. Wir sind ein Benefizfestival und spenden einen Teil unserer Einnahmen an gemeinnützige Institutionen im Umkreis.

 

Was waren eure ersten Reaktionen, als das mit der Corona Pandemie ernster wurde?

 

Wir haben erstmal lange abgewartet. Obwohl uns bereits früh klar war, dass es für uns und alle anderen Veranstaltungen brenzlich werden könnte. Relativ schnell war dann ja auch klar, dass es erstmal gar keine Veranstaltungen mehr geben wird. Dann hat das Land Niedersachsen die Grenze auf 1000 Personen festgelegt und da keimte schon nochmal ein kleiner Funken Hoffnung auf. Es wollte keiner so richtig wahrhaben, dass es das in diesem Jahr gewesen sein soll. Tendenziell kommen wir aber, zumindest in „normalen Zeiten“ über 1000 Besucher*innen und auch uns war klar, dass Gesundheit momentan einfach vorgeht. Zumal ein wichtiger Aspekt des RiNK Festivals immer war, ein Festival für alle Generationen zu sein. Es war ja auch lange noch im Gespräch, ältere Menschen länger zu isolieren.

 

Ihr habt wahrscheinlich schon viel geplant und in Auftrag gegeben für Merch. Was macht ihr jetzt mit den bestellten und geplanten Sachen?

 

Tatsächlich nicht. Da wir ja kein riesen Festival sind, haben wir auch kein Merch in großen Auflagen und deshalb auch keine langen Produktionszeiten. Wir hatten bis zum Zeitpunkt unserer Absage also tatsächlich erst die Farbe der Shirts und Plakate bestimmt und eine grobe Idee des diesjährigen Designs. Da befinden wir uns wirklich in einer günstigen Position. Wir wollen aber trotzdem gerne T-Shirts anbieten und überlegen gerade, in welcher Form wir das bewerkstelligen können.

 

Wie schwer war es für euch das RinK abzusagen und nicht, wie andere Veranstaltungen zu verschieben?

 

Wir sind hier ja den Mittelweg gegangen und haben das RiNK 2020 auf 2021 verschoben. Für uns war das einfach der vernünftigste und einzig gangbare Weg. Was anderes bleibt uns im Prinzip auch gar nicht übrig. Wer schonmal bei uns war weiß, dass wir auf wechselnden Stoppelfeldern zu finden sind. In diesem Jahr verschieben käme also auch aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung der Felder gar nicht in Frage. Das zweite Augustwochenende (der jährliche Termin vom RiNK) ist quasi der kleine Zeitpunkt, wo das jeweilige Feld gerade frei geworden ist, bevor neu eingesät wird. Ein Wehrmutstropfen an dieser Verschiebung ins nächste Jahr ist jedoch, dass wir im nächsten Jahr eigentlich 10jähriges Jubiläum gefeiert hätten – das muss nun wohl noch bis 2022 warten

 

Wie sind die Künstler damit umgegangen, als ihr ihnen absagen musstet und wie leicht war es mit ihnen zu klären, ob sie stattdessen dafür nächstes Jahr auftreten wollen?

 

Wir haben relativ spät offiziell abgesagt. Als wir die Künstler*innen kontaktiert haben, waren sie überhaupt nicht überrascht, weil es für sie natürlich leider nicht die erste Absage war. Es sind aber generell alle sehr verständnisvoll – wir sitzen ja auch im selben Boot. Wir haben allen Künstler*innen mit der Absage angeboten, im nächsten Jahr bei uns zu spielen und haben auch von fast allen Bands bereits eine konkrete Zusage. Das freut uns natürlich total. Auf der einen Seite, weil wir vom Line Up überzeugt waren und es super ist, dass wir das nun im nächsten Jahr präsentieren können, auf der anderen Seite aber auch, weil es auch für die Künstler*innen wichtig ist, die Sicherheit für Auftritte im nächsten Jahr / nach Corona zu haben. Da geht ja nun mal auch um Geld.

 

Gibt es eine Möglichkeit euch zu unterstützen? Bzw. die Organisation oder das Projekt, was dieses Jahr mit den Einnahmen unterstützt werden sollte?

 

Wie schon gesagt, wollen wir gerne trotz Corona T-Shirts vom RiNK Festival 2020 verkaufen. Ein Teil der Einnahmen des RiNK 2020 hätten wir in diesem Jahr in die Durchführung von Kindergartenkonzerten gesteckt. Und irgendwie passt es ja nach Corona umso mehr, Kindegartenkindern eine Freude zu bereiten. Spätestens nach dem RiNK 2021 nehmen wir das also auf jeden Fall in Angriff. Vielleicht auch schon früher durch den Erlös der verkauften Shirts.

 

Besten Dank für eure Zeit!