
Unsere Kulturredaktion
Es gibt haufenweise Veranstaltungen, allerdings immer weniger Kritiken. Diese Lücke soll die Kulturredaktion von kompott.org stopfen. Im JZ Stricker und im Falkendom treffen sich regelmäßig interessierte Jugendliche und junge Erwachsene die Interesse am Schreiben und Fotografieren haben. Sie besuchen Kulturveranstaltungen in Bielefeleld und Umgebung, machen Fotos und schreiben Berichte. Anschließend wird dann alles auf dieser Seite veröffentlicht.Jugendliche zwischen 16-27 Jahren die schon immer mal journalistisch tätig werden wollten und eine kreative Herausforderung suchen, können sich gerne melden. Unsere Redaktion freut sich auf kreative Mitarbeit. Der freie Eintritt zu diversen Kulturveranstaltungen in Bielefeld und Umgebung ist natürlich inklusive.
Wir suchen:
- Kulturberichterstatter für www.kompott.org
- Dein Interesse an redaktioneller Berichterstattung
- Interesse an Konzert und Kulturveranstaltungen
- evtl. Interesse an Fotografie
Du brauchst:
- Bereitschaft an regelmäßigen Redaktionssitzungen teilzunehmen
- Kreatives Engagement
Bei Interesse meldet euch doch unter:
jz_stricker@myspace.com
info@falkendom.de
info@kompott.org
Patrick Salmen - Euphorie! Euphorie!
Schon fast eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn waren fast sämtliche reguläre Plätze belegt. In der restlichen Zeit füllte sich dann auch die Bühne selbst mit Publikum. Lediglich etwas Platz vor PATRICK SALMENs Rednerpult wurde freigelassen. Der Wuppertaler Künstler begann nach einer kurzen Einführung in der das Publikum schon häufig zum Lachen kam mit seinem ersten Text: “Morgenstund hat Schrot im Mund”. Ein Text voll trockenem Humor, der das Publikum auf den Abend einstimmte und den Zuhörern gleich auch noch die Universalantwort auf alle Fragestellungen des Lebens mitgab: “Ich habe eine Axt”.
Hier zeigte sich schon wodurch PATRICK SALMENs Lesungen bestechen: unerwartete Wendungen, plötzliche Übergänge, sehr trockener wenig subtiler Humor und all das unterstützt durch einer Stimme, die die Stimmung der Texte nochmals unterstreicht. Nachdem der Einstieg die Zuschauer eine schon fast zu seichte Abendunterhaltung erwarten ließ, zeigte sich in einigen darauf folgenden Texten dann doch noch ein etwas ernsterer Kern, der zumindest einige Besucher zum Nachdenken anregte.
Weiter ging es mit Texten über pseudo-originelle Diashows, der einzig wahren Partnerbörse Immobilienscout24 und Menschen, die zum Beeindrucken anderer komplette Lebenslügen aufbauen. Diese Lebenslügen lässt SALMEN natürlich jäh auffliegen: Das pseudointellektuelle Image des Protagonisten zerbricht schließlich an der Verwechselung von Nelson Mandela mit Brigitte Nielsen. SALMEN wirkte durchgängig in seinen Texten versunken, zwischenzeitlich schmunzelte er selbst leicht über seine Pointen. Interaktion mit dem Publikum gab es nur in Überleitungen.
Die Lesung wurde mit einigen kleinen Rätseln aufgelockert: Dem Publikum wurde eine sehr kurze Geschichte vorgelesen, an dessen Ende ein Satz durch eine geographische Bezeichnung oder einen Romantitel ergänzt werden musste. Vor allem die Auflösung der Rätsel war meist sehr kurzweilig. An besonders erfolgreiche Rätsellöser verteilte PATRICK SALMEN Ausgaben seines Buches “Distanzen” oder wahlweise auch CDs von SPACEMAN SPIFF. Rätsel gab es in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und Kategorien. Sie wurden ausnahmslos erfolgreich vom Publikum gelöst. Nichtsdestotrotz wurden die Rätselpausen teilweise etwas zu lang – Manchmal hätte man sich dafür lieber einen zusätzlichen Text gewünscht.
Das Publikum war bunt gemischt, es überwog jedoch die Gruppe der ca. 20 bis 30 -jährigen. Die meisten kannten SALMEN schon vom Bielefelder Hörsaalslam, es waren jedoch auch einige Neulinge dabei. Etwas störend wirkten zwischenzeitlich Zuhörer, die Ausschnitte des Programms schon kannten und das restliche Publikum laustark durch Vorwegnehmen der Pointe davon in Kenntnis setzten. SALMEN ist ein sympathischer Künstler mit faszinierenden Texten, die nach einiger Zeit jedoch auch langweilig werden können – Die Spannungsbögen und Pointen sind leider häufig ähnlich.
Zusammenfassend ist sein aktuelles Programm durchaus lohnenswert, insbesondere Texte wie seinen Schlusstext, in dem er auch etwas “gesellschaftskritisch” wird und beispielsweise in verachtendem Tonfall über Fernsehzuschauer der oberen Gesellschaftsklassen spricht, die die zum Teil menschenverachtenden sehr beliebten Programme einiger privater Fernsehsender nach eigenen Angaben nur aus “soziologischem Interesse” anschaut und so ganz nebenbei auch die Quoten erhöht.
Text und Fotos: Felix





























Kommentar schreiben