
Unsere Kulturredaktion
Es gibt haufenweise Veranstaltungen, allerdings immer weniger Kritiken. Diese Lücke soll die Kulturredaktion von kompott.org stopfen. Im JZ Stricker und im Falkendom treffen sich regelmäßig interessierte Jugendliche und junge Erwachsene die Interesse am Schreiben und Fotografieren haben. Sie besuchen Kulturveranstaltungen in Bielefeleld und Umgebung, machen Fotos und schreiben Berichte. Anschließend wird dann alles auf dieser Seite veröffentlicht.Jugendliche zwischen 16-27 Jahren die schon immer mal journalistisch tätig werden wollten und eine kreative Herausforderung suchen, können sich gerne melden. Unsere Redaktion freut sich auf kreative Mitarbeit. Der freie Eintritt zu diversen Kulturveranstaltungen in Bielefeld und Umgebung ist natürlich inklusive.
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IN FLAMES
Anschließend ging es um 19 Uhr mit RISE TO REMAIN weiter, die zunächst einen recht problematischen Start hinlegten: Die Lichtshow war unpassend und auch musikalisch war der Einstieg eher wenig begeisternd. Die Stimme des Sängers wirkte leicht schrill, auch ansonsten machte die Band einen etwas unsicheren Eindruck. Das legte sich aber im Laufe der Dreiviertelstunde Spielzeit. Die britische Band, die Anfang des Jahres schon mit IRON MAIDEN auf Tour war, legte insgesamt vor allem in den letzten 30 Minuten einen durchaus überzeugenden Auftritt hin. Hier fiel besonders der Gitarrist Ben Tovey positiv auf.
Um 20 Uhr starteten GHOST ihren Auftritt mit einem sehr langen Intro – Der als skelettierter Papst verkleidete Sänger « Papa Emeritus » erschien, ein Weihrauchfass schwingend auf der Bühne. Erst anschließend gesellten sich die restlichen Bandmitglieder maskiert mit braunen Habiten und Kapuzen dazu. Die erst drei Jahre alte Band (die übrigens nicht mit der polnischen Death-Metal-Band gleichen Namens verwechselt werden sollte) überzeugte durch eingängigen fast schon ruhigen Heavy Metal. Der angenehme und sehr clean wirkende Gesang des Sängers setzte einen Kontrapunkt zum visuellen Auftreten der Band und den Instrumentalparts. Vom Publikum wurden GHOST allerdings eher negativ aufgenommen. Wohl auch, weil ihr Stil sehr wenig mit dem von IN FLAMES, TRIVIUM und den weiteren Vorbands zu tun hatte, wurden sie von einigen eher unsozial eingestellten Zuschauern trotz des musikalisch überzeugenden Auftritts ausgebuht. Dieses Verhalten beschreibt auch recht gut den sonstigen Eindruck, welches das Publikum hinterließ: Viele Besucher mit musikalisch anscheinend sehr schmal ausgeprägtem Interesse, die sich lediglich von der von ihnen am meisten favorisierten Musik begeistern ließen und dementsprechend das Publikum zu einer eher trägen Masse machten.
TRIVIUM begannen ihren Auftritt als letzte Vorband um 20:45 und spielten circa eine Stunde. Langsam besserte sich die Stimmung im Publikum. Die Band wurde euphorisch empfangen. Der Sänger begann den Auftritt auch direkt mit der Ansage, das Oberhausener Publikum sei bisher das beste der gesamten Tour. Sollte das so sein wäre das durchaus traurig. Lediglich im vorderen Bereich der Halle sah man tanzende/pogende Besucher. Die Thrash-Metal-Band aus den USA legte eine musikalisch perfekte Show hin und interagierte während des gesamten Auftritts mit dem Publikum. Auch die Lichtshow war durchaus nennenswert und unterstrich die Wirkung der Musik. Der Lichttechniker der Band gab alles und legte eine faszinierende Show mit vollem Körpereinsatz am Lichtmischpult hin.
Um circa 22:15 ertönte endlich das erste Intro von IN FLAMES, dem Hauptact des Abends. Während der Vorhang fiel, schlug die Stimmung eines Großteils des Publikums endlich auf euphorisch um. Schließlich wurde auch im hinteren Bereich der Halle getanzt. Die schwedische Band IN FLAMES, die ihren Stil selbst als Melodic-Death-Metal bezeichnet, begann mit dem Titeltrack ihres neuen Albums « Sounds of a Playground Fading ». Weiter ging's mit 2 Titeln aus dem gleichen Album um dann plötzlich etwa zehn Jahre zurück zum Album « Colony » zu springen. Während des gesamten Auftritts überzeugte die Band durchweg. Zwischendurch ließ allerdings die Spannung etwas nach, was dem Publikum auch sofort anzumerken war. Dafür begeisterte die Interaktion der Band mit dem Publikum: Während « Fear is Weakness » tauchte der Sänger Anders Fridén plötzlich auf der mittleren Tribüne auf und verbesserte dadurch die Stimmung im hinteren Bereich der Halle enorm. Vor der Tribüne bildete sich angeleitet vom Sänger ein Circle Pit und überall tauchten Crowdsurfer auf. IN FLAMES spielten während des Auftritt einen Großteil ihrer sehr umfassenden Diskographie. Wie bei vielen ihrer Konzerte gab es nach dem letzten Track « Take this Life » leider keine Zugabe. Bei diesem allerdings gab die Band noch einmal alles – die Lichtshow wurde jetzt mit einer für die kleine Halle absolut unerwarteten Pyrotechnikshow ergänzt. Insgesamt spielten IN FLAMES etwa 1.5 Stunden. Anschließend verließ ich die Halle zufrieden mit einem durchweg überzeugenden Konzerterlebnis.
Text: Felix Hülsmann












1 • Florian
schöner Bericht! Aber echt finster, wie das Publikum Bands niedermacht, die nicht ganz in deren schmalen Horizont passen...
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