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Es gibt haufenweise Veranstaltungen, allerdings immer weniger Kritiken. Diese Lücke soll die Kulturredaktion von kompott.org stopfen. Im JZ Stricker und im Falkendom treffen sich regelmäßig interessierte Jugendliche und junge Erwachsene die Interesse am Schreiben und Fotografieren haben. Sie besuchen Kulturveranstaltungen in Bielefeleld und Umgebung, machen Fotos und schreiben Berichte. Anschließend wird dann alles auf dieser Seite veröffentlicht.Jugendliche zwischen 16-27 Jahren die schon immer mal journalistisch tätig werden wollten und eine kreative Herausforderung suchen, können sich gerne melden. Unsere Redaktion freut sich auf kreative Mitarbeit. Der freie Eintritt zu diversen Kulturveranstaltungen in Bielefeld und Umgebung ist natürlich inklusive.
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27.01.2011
• Mobiles Theater präsentiert Jean Baptiste Poquelin • 1 Kommentar
Der Tartuffe
Mit gemischten Gefühlen betrat ich Samstagabend um 19:30 Uhr den 6. Stock des Gebäudes in der Feilenstraße Nummer 4. In der Erwartung einen kleinen Raum und wenig Leute anzutreffen stieg ich aus dem Fahrstuhl – und stand am Ende einer Schlange. Das Stück war an diesem Abend ausverkauft und das, wie ich eine halbe Stunde später feststellen durfte, zu Recht!
Tartuffe ist eines der großen Werke des Franzosen Jean Baptiste Poquelin, besser bekannt als Molière. Es handelt von einem Schwindler, der sich das Vertrauen des wohlhabenden Großbürgers Orgon erschleicht und sich nicht nur an dessen Vermögen sondern auch an dessen Frau vergreifen möchte. Unter dem Deckmantel der Frömmigkeit und Nächstenliebe wird Tartuffe zum engsten Vertrauten Orgons, zeigt im Laufe der Geschichte jedoch sein wahres Gesicht als erpresserischer und listiger Gauner, der beinahe die Familie entzweit.
Das Stück ist aufgebaut als eine Geschichte in einer Geschichte, den Rahmen bildet das „Illustre Théâtre“, das für König Ludwig XIV in 8 Tagen das Stück des Tartuffe erarbeiten soll. Diese Art des Beginns finde ich sehr gelungen, da hier zu allererst die Personen mit ihren Namen und einzelnen Charakterzügen vorgestellt werden. Die Schauspieler diskutieren und setzen sich mit ihren Rollen auseinander, doch plötzlich erscheint der König und möchte gern einen ersten Entwurf sehen. Aus dem Stehgreif wird ein klitzekleiner Ausschnitt gezeigt, der Ludwig sehr gefällt, er treibt zur Eile an und „Tartuffe“ beginnt.
Ich war sehr begeistert von der Inszenierung, es wurde geflüstert, geschrien und gesungen. Das Publikum hat gelacht und mitgefiebert und hätte ohne den „Pause“ Zuruf hinter dem Vorhang nicht einmal die Unterbrechung des Stückes mitbekommen. Die einzelnen Charaktere wurden überzeugend dargestellt und waren wundervoll kostümiert, wobei ich sagen muss, dass die männlichen Darsteller einen weiblichen Touch durch sehr viel Schminke, lange Locken und mit Spitze versehener Kleidung bekamen. Aber dies war zu barocken Zeiten nun mal so üblich und auf keinen Fall negativ gemeint. Um ehrlich zu sein, zählte durch diesen Aspekt der König zu meinen Favoriten des Abends, er war die schillerndste Person auf der Bühne.
Das Bühnenbild war sehr schön gestaltet und wurde komplett ausgenutzt, mal schaute Jemand heimlich aus der Tür oder hinter der Ecke hervor, mal versteckte sich einer unter dem Tisch. Ich war im Bann der Geschichte.
Zum Ende hin aber schien alles verloren, das Haus war überschrieben, die erdrückenden Papiere in der Hand des Verbrechers. Doch wie sollte es anders sein: Tartuffe stand schon lange unter Verdacht und konnte nun endlich überführt werden. Das Stück war vorbei, der König begeistert, die Kirche weniger, doch das interessierte uns als Publikum nicht. Wir applaudierten lange und enthusiastisch, sodass jeder Schauspieler noch einmal einzeln auf die Bühne kommen durfte: Bravo!
Und da ich mich mit den Loben nicht zurückhalten kann, an dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an das Mobile Theater, dass sie uns, zusätzlich zu den von uns geschossenen Fotos, Material aus ihrem Fundus zur Verfügung stellen!
Text: Luisa Pfau / Fotos: Luis Pfau + Mobiles Theater
Tartuffe ist eines der großen Werke des Franzosen Jean Baptiste Poquelin, besser bekannt als Molière. Es handelt von einem Schwindler, der sich das Vertrauen des wohlhabenden Großbürgers Orgon erschleicht und sich nicht nur an dessen Vermögen sondern auch an dessen Frau vergreifen möchte. Unter dem Deckmantel der Frömmigkeit und Nächstenliebe wird Tartuffe zum engsten Vertrauten Orgons, zeigt im Laufe der Geschichte jedoch sein wahres Gesicht als erpresserischer und listiger Gauner, der beinahe die Familie entzweit.
Das Stück ist aufgebaut als eine Geschichte in einer Geschichte, den Rahmen bildet das „Illustre Théâtre“, das für König Ludwig XIV in 8 Tagen das Stück des Tartuffe erarbeiten soll. Diese Art des Beginns finde ich sehr gelungen, da hier zu allererst die Personen mit ihren Namen und einzelnen Charakterzügen vorgestellt werden. Die Schauspieler diskutieren und setzen sich mit ihren Rollen auseinander, doch plötzlich erscheint der König und möchte gern einen ersten Entwurf sehen. Aus dem Stehgreif wird ein klitzekleiner Ausschnitt gezeigt, der Ludwig sehr gefällt, er treibt zur Eile an und „Tartuffe“ beginnt.
Ich war sehr begeistert von der Inszenierung, es wurde geflüstert, geschrien und gesungen. Das Publikum hat gelacht und mitgefiebert und hätte ohne den „Pause“ Zuruf hinter dem Vorhang nicht einmal die Unterbrechung des Stückes mitbekommen. Die einzelnen Charaktere wurden überzeugend dargestellt und waren wundervoll kostümiert, wobei ich sagen muss, dass die männlichen Darsteller einen weiblichen Touch durch sehr viel Schminke, lange Locken und mit Spitze versehener Kleidung bekamen. Aber dies war zu barocken Zeiten nun mal so üblich und auf keinen Fall negativ gemeint. Um ehrlich zu sein, zählte durch diesen Aspekt der König zu meinen Favoriten des Abends, er war die schillerndste Person auf der Bühne.
Das Bühnenbild war sehr schön gestaltet und wurde komplett ausgenutzt, mal schaute Jemand heimlich aus der Tür oder hinter der Ecke hervor, mal versteckte sich einer unter dem Tisch. Ich war im Bann der Geschichte.
Zum Ende hin aber schien alles verloren, das Haus war überschrieben, die erdrückenden Papiere in der Hand des Verbrechers. Doch wie sollte es anders sein: Tartuffe stand schon lange unter Verdacht und konnte nun endlich überführt werden. Das Stück war vorbei, der König begeistert, die Kirche weniger, doch das interessierte uns als Publikum nicht. Wir applaudierten lange und enthusiastisch, sodass jeder Schauspieler noch einmal einzeln auf die Bühne kommen durfte: Bravo!
Und da ich mich mit den Loben nicht zurückhalten kann, an dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an das Mobile Theater, dass sie uns, zusätzlich zu den von uns geschossenen Fotos, Material aus ihrem Fundus zur Verfügung stellen!
Text: Luisa Pfau / Fotos: Luis Pfau + Mobiles Theater










































1 • Adelheid
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