
Unsere Kulturredaktion
Es gibt haufenweise Veranstaltungen, allerdings immer weniger Kritiken. Diese Lücke soll die Kulturredaktion von kompott.org stopfen. Im JZ Stricker und im Falkendom treffen sich regelmäßig interessierte Jugendliche und junge Erwachsene die Interesse am Schreiben und Fotografieren haben. Sie besuchen Kulturveranstaltungen in Bielefeleld und Umgebung, machen Fotos und schreiben Berichte. Anschließend wird dann alles auf dieser Seite veröffentlicht.Jugendliche zwischen 16-27 Jahren die schon immer mal journalistisch tätig werden wollten und eine kreative Herausforderung suchen, können sich gerne melden. Unsere Redaktion freut sich auf kreative Mitarbeit. Der freie Eintritt zu diversen Kulturveranstaltungen in Bielefeld und Umgebung ist natürlich inklusive.
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DER BAU im DOM
JÖRG SCHULZE-NEUHOFF macht es einfach und zwar mit Hilfe der Regie von STEFAN MEIßNER und tritt zum wiederholten Male mit seinem Einmannstück im Falkendom auf.
Die
Erzählung Kafkas stellt die menschliche Ich-Perspektive eines Tiers dar, das
den großen unterirdischen Bau angelegt hat, um sich dort in Sicherheit und mit
Vorräten niederlassen zu können.
Ständig
hinterfragt es jedoch die eigenen Fähigkeiten und ob der Bau wirklich genügend
vor möglichen Feinden gesichert ist. Und dann taucht da auch noch dieses
Geräusch auf, dessen Ursprung scheinbar unauffindbar ist. Das Tier scheint gefangen
im ständigen Zweifel sowohl im Bau als auch in der „Oberwelt“, vertraut
niemandem, offenbar nicht mal sich selbst und wird geplagt von Gefühlen der
Angst Wut und Verzweiflung.
Eben diese
nagenden Gefühle zeigt uns SCHULZE-NEUHOFF abwechselnd auf der Bühne mit meist
weit aufgerissenen Augen, mal emsig beschäftig bei immer gleichen Ritualen der
Umsortierung der Vorräte und Kontrolle der Bauwände, mal brüllend, kratzend und
beißend vor Wut auf sich und den Feind. Er bringt uns Kafkas Geschöpf näher und
kostet dessen rastlose, paranoide und im Zweifel gefangene Seite voll aus.
Besonders
gut gemacht waren Bühnenbild und Requisiten. Der Bau selbst wird angezeigt
durch eine Wand aus Einkaufskisten, der „Burgplatz“ davor ist übersäht von den
Vorräten, die aus vielen Tüten mit Kleidung und einigen Konserven bestehen und
zur Untersuchung des mysteriösen Geräusches werden ein Regenschirm und eine
Sockenpuppe herangezogen.
Für mich war es eine Bereicherung Kafkas Erzählung auf
der Schauspielebene kennenzulernen und so weitere Deutungsmöglichkeiten des
umstrittenen, unvollendeten Werks eröffnet zu bekommen
Text: Nora Turkiewicz












1 • Petra
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