
Unsere Kulturredaktion
Es gibt haufenweise Veranstaltungen, allerdings immer weniger Kritiken. Diese Lücke soll die Kulturredaktion von kompott.org stopfen. Im JZ Stricker und im Falkendom treffen sich regelmäßig interessierte Jugendliche und junge Erwachsene die Interesse am Schreiben und Fotografieren haben. Sie besuchen Kulturveranstaltungen in Bielefeleld und Umgebung, machen Fotos und schreiben Berichte. Anschließend wird dann alles auf dieser Seite veröffentlicht.Jugendliche zwischen 16-27 Jahren die schon immer mal journalistisch tätig werden wollten und eine kreative Herausforderung suchen, können sich gerne melden. Unsere Redaktion freut sich auf kreative Mitarbeit. Der freie Eintritt zu diversen Kulturveranstaltungen in Bielefeld und Umgebung ist natürlich inklusive.
Wir suchen:
- Kulturberichterstatter für www.kompott.org
- Dein Interesse an redaktioneller Berichterstattung
- Interesse an Konzert und Kulturveranstaltungen
- evtl. Interesse an Fotografie
Du brauchst:
- Bereitschaft an regelmäßigen Redaktionssitzungen teilzunehmen
- Kreatives Engagement
Bei Interesse meldet euch doch unter:
jz_stricker@myspace.com
info@falkendom.de
info@kompott.org
CREEPS
Zu Beginn des Abends werden dem jungen Publikum drei Bewerbungsvideos von drei Mädchen, die Moderatorinnen werden wollen auf einer Leinwand gezeigt. Einmal das flippige Partygirl aus Chemnitz, die Öko-Tussi, die Umweltschutz voll wichtig und so‘ findet und dann noch die Diva aus der Großstadt, die sich Latte Macchiato trinkend in einem Cafe präsentiert. Von der Seite der Casting-Veranstalter kommt das Versprechen aus dem Off, das die Welt natürlich nur auf „Dich“ wartet. Somit wurden einige Klischees aus der Ecke gekramt.
Die drei Mädchen kommen in die Endrunde des Moderatoren-Castings und müssen sich daraufhin vor einer Testkamera beweisen. Dabei ertönt eine Stimme aus dem Off, die immer wieder neue Aufgaben stellt. Während die Mädchen zunächst versuchen, ihr jeweiliges Image aufrecht zu erhalten, steigt der psychische Druck durch teils skurrile und bloßstellende Aufgaben. Sie werden gegeneinander aufgespielt, es kommt zu Streitereien, wie Marionetten werden sie in manchen Momenten gegeneinander gestellt, es kommt zum Bröckeln der Fassaden. Nach und nach geben die Charaktere ihre wahre Persönlichkeit und ihre Probleme preis. Das schützt sie aber nicht davor, dass sie in ein Horror-Szenario geraten und wie von unsichtbaren Strippen über die Bühne gezogen, zu Handlungen gezwungen und buchstäblich entblößt werden. Nachdem sie es überstehen und ihnen klar wird, dass man sie die ganze Zeit nur benutzt hat und die leeren Versprechungen nicht erfüllt werden, haben sie jedoch die Stärke, gemeinsam zu gehen und das Casting zu beenden.
Der rote Faden des Ganzen ist eine junge Frau, die immer wieder im weißen Röckchen auf die Bühne trippelt, singt, tanzt, oder im Hintergrund Puppen umstellt oder verschwinden lässt. Gerade die Details, wie verschwindende Puppen oder plötzlich auftauchende kleine Details im Hintergrund der Bühne machen das ansonsten in Weiß gehaltene Bühnenbild interessant.
Mich hat vor allem die Entwicklung der Charaktere im Laufe
des Stückes überzeugt. Von einer Ansammlung von Klischees in den
Bewerbungsvideos war zum Schluss nichts mehr zu sehen, sondern facettenreiche
Persönlichkeiten wurden von jungen, wirklich talentierten Schauspielern
dargestellt. Generell war das Stück mit seiner Sprache und Ausdrucksweise eher
an junge Leute gerichtet. Darum wird diese Inszenierung der Jungen Bühne noch
unter anderem in einigen Schulen aufgeführt. Und trotz anfänglicher Skepsis
denke ich, dass es besonders für Jugendliche bzw. jung Gebliebenen ein sehr
interessantes Theaterstück ist.
Text: Lisa Hoffman / Fotos Beatrice Drothler





















Kommentar schreiben